WTO GPA (Government Procurement Agreement) - Definition

Das Government Procurement Agreement (GPA) der Welthandelsorganisation (WTO) ist ein internationales Abkommen zur gegenseitigen Öffnung öffentlicher Beschaffungsmärkte. Ziel ist es, Unternehmen aus den Mitgliedsstaaten einen diskriminierungsfreien Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen der jeweiligen Partnerländer zu ermöglichen.

Das GPA bildet eine wesentliche Grundlage für die Systematik des Trade Agreements Act (TAA), da es definiert, welche Länder im Rahmen internationaler Handelsabkommen als „zugelassene Herkunftsstaaten“ gelten. Die meisten dieser Staaten – darunter Deutschland, die übrige EU, die Schweiz, Japan, Südkorea oder Kanada – sind Vertragsparteien des Abkommens.

Aus dem GPA leitet sich zudem der TAA-Schwellenwert ab, ab dem die Sonderregelungen des TAA überhaupt zur Anwendung kommen. Dieser liegt für Liefer- und Warenaufträge aktuell bei rund 174.000 US-Dollar (Stand 2026) und wird regelmäßig im Zwei-Jahres-Rhythmus an wirtschaftliche Entwicklungen und Wechselkurse angepasst.

Wichtig ist jedoch, dass das GPA nicht alle Beschaffungen abdeckt. Bestimmte Bereiche – etwa Verteidigung, nationale Sicherheit oder besonders sensible Infrastrukturprojekte – können von der Anwendung ausgenommen sein. In diesen Fällen greifen häufig nationale Regelwerke wie der Buy American Act oder spezifische Sicherheitsvorschriften.

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