Die U.S. Customs and Border Protection (CBP) ist die Zoll- und Grenzschutzbehörde der Vereinigten Staaten. Sie ist unter anderem dafür zuständig, Waren bei der Einfuhr zu kontrollieren und im Zweifelsfall das verbindliche Herkunftsland eines Produkts festzulegen.
Im Zentrum steht dabei das Prinzip der sogenannten „substantial transformation“ (wesentliche Veränderung). Die CBP entscheidet im Einzelfall, ob durch einen Fertigungs- oder Bearbeitungsschritt aus einem Produkt ein neues Gut mit eigenem Charakter, Zweck oder Namen entstanden ist. Nur dann kann sich das Ursprungsland gegenüber dem Ausgangsprodukt ändern.
Diese Bewertung ist besonders relevant für komplexe Produkte wie Netzwerkhardware, Elektronik oder modulare IT-Systeme. In der Praxis wird dabei sehr genau geprüft, welche Produktionsschritte tatsächlich im jeweiligen Land stattgefunden haben. Reine Endmontage, Konfiguration oder das Aufspielen von Software oder Firmware reicht häufig nicht aus, um einen neuen Ursprung zu begründen.
Die CBP veröffentlicht ihre Entscheidungen in Form von sogenannten Ruling Letters, die als verbindliche Einzelfallauslegungen gelten. Unternehmen nutzen diese Entscheidungen als Orientierung, um die eigene Lieferkette besser einzuschätzen und Risiken bei der Einfuhr zu vermeiden.