
Eine gut organisierte IT-Infrastruktur beginnt nicht erst bei Servern, Switches und Netzwerktechnik. Auch deren Unterbringung spielt eine wichtige Rolle.
Ob im kleinen Büro, im Serverraum oder im Rechenzentrum: 19-Zoll-Racks und Serverschränke schaffen die räumlichen Voraussetzungen für eine strukturierte IT-Umgebung. Doch Rack ist nicht gleich Rack – und was auf den ersten Blick wie ein einfacher Schrank aussieht, muss im täglichen Betrieb ganz unterschiedliche Anforderungen erfüllen.
Ein Rack ist ein Gestell oder Schrank, in dem IT-Geräte wie Server, Switches, Router und USV-Anlagen platzsparend und übersichtlich untergebracht werden. Es sorgt für eine strukturierte Anordnung der Hardware und erleichtert die Installation, Verkabelung und Wartung. Racks kommen vor allem in Unternehmensnetzwerken, Serverräumen und Rechenzentren zum Einsatz.
Besonders verbreitet sind 19-Zoll-Racks, deren Einbaubreite standardisiert ist. Die 19 Zoll (48,26 cm) beziehen sich dabei auf die Breite der Gerätefront beziehungsweise der Montageebene und nicht auf die Außenbreite des Schranks. Die verfügbare Einbauhöhe wird in Höheneinheiten (HE) angegeben, wobei eine HE genau 44,45 mm entspricht. Dank dieser Standardisierung lassen sich unterschiedliche IT-Komponenten in einem Rack kombinieren, sofern auch die Einbautiefe, Befestigung und Traglast passen.
Nicht jedes Rack eignet sich für jede IT-Umgebung. Je nach vorhandener Hardware, Platzangebot und Anforderungen an Sicherheit und Wartung kommen unterschiedliche Bauformen infrage. Zu den gängigsten Rack-Typen gehören Serverschränke, Netzwerkschränke, offene Racks und kompakte Wandgehäuse.
| Rack-Typ | Eigenschaften | Vorteile | Typischer Einsatzbereich |
|---|---|---|---|
| Serverschrank | Häufig große Einbautiefe und hohe Traglast | Platz für umfangreiche Serverhardware, geschützte Unterbringung | Serverräume, Rechenzentren |
| Netzwerkschrank | Auf Netzwerkgeräte und Verkabelung ausgelegt | Strukturierte Kabelführung, zentrale Organisation | Büros, Unternehmensnetzwerke |
| Offenes Rack (Open Frame) | Gestell ohne Türen und Seitenwände | Gute Zugänglichkeit, häufig günstiger, ungehinderter Luftaustausch mit dem Raum | Geschützte Technikräume, Testumgebungen |
| Geschlossenes Rack | Gehäuse mit Türen und Seitenwänden | Besserer Zugriffsschutz, gezielte Luftführung möglich | Serverräume, gemeinsam genutzte Bereiche |
| Wandgehäuse | Kompakte Bauform zur Wandmontage | Platzsparend, keine Bodenstellfläche erforderlich | Kleine Büros, Filialen, Netzwerkknoten |
Hinweis: Die Kategorien überschneiden sich teilweise. Server- und Netzwerkschränke beschreiben vor allem den Einsatzzweck, während offen, geschlossen und wandmontiert die Bauweise kennzeichnen.
Entscheidend ist nicht allein die Bezeichnung des Racks, sondern ob es zu den technischen Anforderungen der vorhandenen IT-Hardware passt. Während für kleinere Netzwerkinstallationen häufig ein kompaktes Wandgehäuse ausreicht, benötigen umfangreiche Serverinstallationen meist größere Standracks mit entsprechender Einbautiefe und Traglast.
Auch der Aufstellort spielt eine Rolle: Offene Racks erleichtern den Zugriff auf die Geräte, bieten jedoch kaum Schutz vor unbefugtem Zugriff. Geschlossene Serverschränke sind dagegen häufig die bessere Wahl, wenn Hardware geschützt und die Luftführung gezielt gestaltet werden soll.
Die passende Rack-Größe hängt davon ab, welche und wie viele Geräte untergebracht werden sollen. Ein zu kleines Rack erschwert spätere Erweiterungen und die Verkabelung, während ein überdimensionierter Serverschrank unnötig Stellfläche beanspruchen kann. Für die richtige Auswahl sind vor allem die Höheneinheiten (HE), die Schrankbreite, die Einbautiefe und die Traglast entscheidend.
Die Höhe eines 19-Zoll-Racks wird in Höheneinheiten (HE) angegeben. Je mehr Höheneinheiten ein Rack besitzt, desto mehr Platz steht für die Montage der Hardware zur Verfügung.
Um die benötigte Rack-Höhe zu bestimmen, werden die Höheneinheiten aller geplanten Geräte addiert. Zusätzlich sollte ausreichend Platz für Zubehör, gegebenenfalls erforderliche Abstände und spätere Erweiterungen eingeplant werden.
| Rack-Höhe | Typischer Einsatzbereich |
|---|---|
| 6–12 HE | Kleine Netzwerkinstallationen, Router, Switches und Patchpanels |
| 15–24 HE | Kleine bis mittlere Unternehmensnetzwerke mit mehreren Geräten |
| 27–42 HE | Größere Server- und Netzwerkinstallationen |
| 45–47 HE | Umfangreiche IT-Infrastrukturen mit hohem Platzbedarf |
Beispiel zur Berechnung: Ein Unternehmen möchte zwei Switches mit jeweils 1 HE, einen Server mit 2 HE, eine USV mit 2 HE und zwei Patchpanels mit jeweils 1 HE unterbringen. Zusammen ergibt das einen Platzbedarf von 8 HE. Werden zusätzlich 4 HE als Reserve eingeplant, wäre ein Rack mit mindestens 12 HE eine mögliche Wahl, sofern Traglast, Einbautiefe und weitere Anforderungen erfüllt sind.
Bei einem klassischen 19-Zoll-Rack ist die Breite der Montageebene standardisiert. Die 19 Zoll entsprechen 48,26 cm und bezeichnen das genormte Einbaumaß, nicht die äußere Breite des Schranks.
Bei freistehenden Serverschränken sind insbesondere zwei Außenbreiten verbreitet:
Die Tiefe eines Racks muss auf die längsten beziehungsweise tiefsten Geräte abgestimmt sein. Während kompakte Netzwerkgeräte häufig wenig Platz beanspruchen, benötigen Rack-Server und größere USV-Anlagen oft deutlich mehr Einbautiefe.
Typische Außentiefen von Serverschränken sind 600, 800, 1.000 und 1.200 mm. Kompakte Wandgehäuse sind häufig auch mit 450 oder 600 mm Tiefe erhältlich.
Wichtig: Die angegebene Schranktiefe entspricht normalerweise dem Außenmaß und nicht automatisch der nutzbaren Einbautiefe. Daher sollten vor dem Kauf die Geräteabmessungen, der Verstellbereich der Montageschienen sowie der Platz für Anschlüsse oder Kabel geprüft werden.
Neben den Abmessungen spielt das Gewicht der eingebauten Geräte eine wichtige Rolle. Besonders Server, Speichersysteme und USV-Anlagen können ein hohes Gesamtgewicht erreichen.
Die zulässige Traglast des Racks muss daher ausreichen, um sämtliche Geräte einschließlich Zubehör sicher aufzunehmen. Dabei sollte zwischen statischer Traglast im aufgestellten Zustand und gegebenenfalls angegebener dynamischer Traglast beim Transport oder Bewegen unterschieden werden. Schwere Komponenten werden in der Regel möglichst weit unten montiert, um den Schwerpunkt niedrig zu halten.
Während bei kleineren Installationen häufig eine kompakte Bauweise und einfache Montage im Vordergrund stehen, sind bei umfangreichen Serverinstallationen vor allem Traglast, Kabelführung und Erweiterungsmöglichkeiten entscheidend. Hersteller wie APC, Eaton und Vertiv bieten dafür unterschiedliche Rack-Serien, die sich an den jeweiligen Anforderungen orientieren.
Die 19-Zoll-Racks von APC eignen sich für unterschiedliche IT-Umgebungen. Besonders die Easy-Rack-Serie bietet eine praktische Lösung für Unternehmen, die Server, Switches oder weitere Netzwerkgeräte zentral unterbringen möchten. Verstellbare Montageschienen, Kabeldurchführungen und die Möglichkeit zur Integration von Rack-Zubehör erleichtern die Anpassung an vorhandene Hardware.
Für dezentrale IT-Standorte und Edge-Computing-Anwendungen bietet APC außerdem die Easy Micro Data Center-Serie. Diese vorkonfigurierten Lösungen kombinieren je nach Ausführung Komponenten für Stromversorgung, Kühlung und Überwachung in einem Rack-Gehäuse.
Weitere Modelle findet ihr unter APC Racks und Schränke.
Die Racks von Eaton bieten unterschiedliche Lösungen für die Unterbringung von Netzwerkgeräten, Servern und USV-Systemen. Besonders die SmartRack-Serie umfasst verschiedene Baugrößen, sodass sich sowohl kleine IT-Installationen als auch umfangreichere Serverumgebungen ausstatten lassen.
Für Standorte mit begrenztem Platzangebot bietet Eaton außerdem die SRW-Reihe. Diese umfasst kompakte, überwiegend wandmontierte Rack-Gehäuse, die sich beispielsweise für Büros, Verkaufsflächen oder kleinere Netzwerkverteiler eignen.
Weitere Ausführungen findet ihr unter Eaton Racks.
Die 19-Zoll-Racks von Vertiv richten sich insbesondere an Unternehmen mit umfangreichen Server-, Netzwerk- und Storage-Installationen. Die Vertiv-VR-Serie kombiniert hohe Traglasten mit unterschiedlichen Schrankabmessungen und Möglichkeiten für ein strukturiertes Kabelmanagement. Je nach Modell können die Racks auch in Rechenzentrumskonzepte mit getrennter Zu- und Abluftführung eingebunden werden.
Weitere Modelle findet ihr unter Vertiv Racks.
| Einsatzbereich | Mögliche Rack-Auswahl |
|---|---|
| Kleines Unternehmensnetzwerk | Eaton SmartRack SR12UB |
| Kleiner bis mittlerer Serverraum | APC Easy Rack ER6402 |
| Größere Unternehmens-IT | APC Easy Rack ER6202 |
| Serverraum mit vielen tiefen Geräten | Eaton SmartRack SR42UBDP48 |
| Rechenzentrum mit umfangreicher Verkabelung | Vertiv VR3350 |
Damit Server, Switches und weitere Geräte sicher montiert, mit Strom versorgt und übersichtlich verkabelt werden können, ist jedoch häufig zusätzliches Rack-Zubehör erforderlich. Welche Komponenten zur Grundausstattung gehören, hängt von der eingebauten Hardware und dem jeweiligen Einsatzbereich ab.
Fachböden und Montageschienen
Kabelmanagement
Steckdosenleisten und Rack-PDUs
Blindplatten und Lüftereinheiten
USV-Systeme zur Absicherung der Stromversorgung
| Zubehör | Beispiel aus dem Shop | Verwendung |
|---|---|---|
| Fachboden | APC ER7SHELF | Verstellbarer Fachboden für APC Easy Racks, mit 50 kg angegebener Tragfähigkeit |
| Kabelschutz | APC AR7540 | Kabel geordnet führen und vor zu starken Knicken schützen |
| Kabelmanagement | APC AR7502 | Vertikaler Kabelmanager für NetShelter SX mit 42 HE |
| Montageschienen | APC AR4000MV12U | Montageschienen-Kit für kompatible APC CX Mini Racks |
| Blindplatten | APC AR8136BLK200 | Freie Höheneinheiten im Rack abdecken |
| Lüftereinheit | APC ER7FANTRAY | Lüftereinschub für kompatible Easy Racks |
| Rack-PDU | Steckdosenleisten und PDUs | Zentrale Stromverteilung im Serverschrank |
| USV-Systeme | USV-Systeme | Zeitlich begrenzte Stromversorgung bei Netzausfall |
Server, Switches, USV-Anlagen und andere IT-Geräte erzeugen während des Betriebs Wärme. Wird diese nicht ausreichend abgeführt, kann sich die Temperatur im Rack erhöhen und die Funktion der Hardware beeinträchtigen. Eine durchdachte Rack-Kühlung hilft, Überhitzung, temperaturbedingte Leistungseinbußen und ungeplante Ausfälle zu vermeiden.
Dabei kommt es nicht allein auf zusätzliche Lüfter an. Entscheidend ist, dass die Geräte ausreichend kühle Luft ansaugen können und ihre warme Abluft nicht wieder zur Ansaugseite gelangt. Auch die Raumtemperatur, die Anordnung der Hardware und die Bauweise des Racks beeinflussen die Kühlung.
Viele Rack-Server arbeiten nach dem Front-to-Back-Prinzip: Sie saugen kühlere Luft an der Vorderseite an und geben erwärmte Luft nach hinten ab. Damit dieses Prinzip funktioniert, sollten Luftwege frei bleiben und Zu- und Abluft möglichst voneinander getrennt werden.
Folgende Maßnahmen können dabei helfen:
| Produktbeispiel | Funktion |
|---|---|
| APC ER7FANTRAY | Lüftereinschub für kompatible APC Easy Racks zur Unterstützung des Luftaustauschs |
| APC ER7BP1U | 1-HE-Blindplatten zum Verschließen freier Rack-Einbauplätze |
| Vertiv VRA2003 | Metall-Blindplatten zur Unterstützung einer kontrollierten Luftführung |
| Vertiv VRA2006 | Bürsten-Set für Kabeldurchführungen im Rack-Dach |
Ob kompaktes Netzwerkrack oder großer Serverschrank: Entscheidend ist, dass Größe, Traglast, Zubehör und Kühlung auf die eingesetzte Hardware abgestimmt sind. Wer zudem den Aufstellort, die Sicherheit und mögliche Erweiterungen berücksichtigt, schafft eine geeignete Grundlage für eine übersichtliche IT-Infrastruktur.
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